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Malerisches Ein Karem

Etwa 7 km westlich der Altstadt von Jerusalem, in der Nähe des berühmten Hadassah Hospitals, liegt das stille und reizende Dörfchen Ein Karem ("Quelle des Weinbergs"). Eingebettet in die judäischen Berge ducken sich seine Häuser unter den hochgewachsenen Zypressen und wandern den Berg hinauf. Die Terrassen auf den Berghängen verraten die typischen Cenomanbänke (unterste Stufe der geologischen Epoche der Oberkreide).

Ein Karem am Hang

Ein Karem lohnt einen Besuch zu jeder Tageszeit, am schönsten ist es jedoch, wenn die abendliche Sonne sich dem Meer nähert und verklärende Kontraste über die Szenerie legt. Vom Charme dieser Idylle haben sich zahlreiche Künstler anziehen lassen und den Ort zu einer blühenden Künstlerkolonie mit Galerien und Restaurants umgestaltet.

Sämtliche Besuchsrouten in Ein Karem beginnen beim Marienbrunnen, der sich zum bekannten Treffpunkt gewandelt hat. Der Spaziergang durch den malerischen Ort und seine vielen beschaulichen Winkel ist ein erhebendes Erlebnis. Die Zeit scheint hier stehen geblieben zu sein. Man kann hier manche Stunden verbringen und in Ruhe die verschiedenen Reize auf das Auge wirken lassen.

Kleiner Ort mit großen Kirchen

Außer der bekannten Johanneskirche gibt es am gegenüberliegenden Hang ein gleichnamiges Kirchengebäude der Orthodoxen Kirche aus dem Jahre 1894 und die etwas unterhalb dieser Kirche liegende Besuchskirche, auch "Visitatio-Kirche" oder "Magnifikatskirche" genannt. Der Fußweg zu dieser Kirche führt an der "Marienquelle" vorbei. Sie gab Ein Karem den Namen "Quelle des Weinbergs" und soll auch der Ort gewesen sein, wo sich Maria und Elisabeth zuerst begegnet sind.

Johanneskirche

Die Reisegruppen zieht es zur bedeutendsten Sehenswürdigkeit Ein Karems, der Johanneskirche.

Ein Karem Totale

Johanneskirche in den Bergen

Die zum Franziskanerorden gehörende, Johannes dem Täufer gewidmete Kirche liegt auf einer Anhöhe inmitten von Gärten. Sie wurde 1675 erbaut und 1885 von den Franziskanern völlig erneuert. An dieser Stelle stand bereits eine Kirche, die nach der Niederlage der Kreuzfahrer in eine arabische Karawanserei umfunktioniert worden war.

 

Nahe dem Kircheneingang ist ein Mosaik aus dem 5./6. Jahrhundert mit Pfauen und Tauben erhalten; die griechische Inschrift lautet: "Sei gegrüßt, Märtyrer Gottes". Eine Marmorplatte in der Krypta trägt die Inschrift: "Hic Praecursor Domini natus est" (Hier wurde der Vorläufer des Herrn geboren). Reliefs erinnern an Ereignisse aus dem Leben Johannes' des Täufers.

Besuchskirche (Visitatio Mariae)

Die sogenannte Heimsuchungskirche (Visitatio Mariae), erbaut in den Jahren 1939-1955 von Antonio Barluzzi auf den Überresten einer Kirche aus der Kreuzfahrerzeit, steht nach der Überlieferung an der Stelle, wo das Sommerhaus der Eltern von Johannes stand und wo Maria während ihres Besuchs gewohnt haben soll. In diesem Haus begegneten sich Maria und Elisabeth, hier stimmte Maria das berühmte und vielfach vertonte Magnifikat an (Lk 1,39-56). Die Kirche wurde rund um einen Felsblock errichtet, hinter dem Johannes vor den Häschern des Herodes versteckt worden sein soll. Auf dem Vorplatz ist an der Wand gegenüber der Unterkirche das Magnifikat in 42 Sprachen auf Keramikfliesen zu sehen.

Klöster in Ein Karem

Das Kloster der Zionsschwestern, in einem anderen Teil des Dorfes, war ursprünglich ein Waisenhaus. Heute wird es von 13 Ordenschwestern bewohnt, die dort eine bescheidene Herberge führen. Oberhalb der Heimsuchungskirche liegt das Gorny-Kloster, das seiner Ähnlichkeit zu russischen Kirchen wegen auch „Moskovia“ genannt wird. Es handelt sich um eine russisch-orthodoxe Einrichtung bestehend aus einer Kapelle (Mar Zakarija) und einem Konvent (Prinzessin Elisabeth)

Ein Karem Notre Dame de Zion

Notre Dame de Sion

Samuel Gobats Wohnhaus

Eine weitere kirchliche Einrichtung im Ort ist der "Palast in den Bergen", erbaut vor 150 Jahren durch den protestantischen Bischof Samuel Gobat, der dieses Gebäude als Wohnhaus benutzte, in dem er die letzten Jahrzehnte seines Lebens verbrachte. Er war der zweite und letzte Bischof des 1841 gegründeten preußisch-englischen Bistums, dessen Sitz die Christ Church in Jerusalem war.

Ort in der Wüste - alles andere als wüst

Wird das Gebiet, in dem Ein Karem liegt, als Wüste bezeichnet (z.B. Kloster St. Johannes in der Wüste oberhalb in den Bergen, wo das Grab Elisabeths gezeigt wird), so ist es doch keine Wüste im üblichen Sinne, sondern ein zerklüftetes Bergland mit felsigen Hängen, auf denen versucht wird, Wälder anzupflanzen. Anders die Fortsetzung der Wüste Juda nach Osten in Richtung Totes Meer: hier stößt man auf kahle und öde Erhebungen, die Offraod-Fahrer zu waghalsigen Abenteuern mit dem Neigungswinkel ihrer Fahrzeuge einladen. Im Frühjahr ist diese Wüste für wenige Wochen mit grünem Steppengras bedeckt, manche Berghänge leuchten gar wie ein bunter Blumenteppich. Aber schon nach kurzer Zeit hat die Sonne den grünen Teppich zu einer trostlosen Öde ausgebrannt. Nach Osten zu senkt sich das Bergland von Juda, dessen Kamm 800-1000m hoch liegt, zum tiefsten Punkt der Erde, zum Toten Meer hin (400m u.M.).